Anhängelast und Zuggewicht (Gespanngewicht)

Hier könnt ihr Fragen und Antworten zum Thema
TÜV stellen.
Aber denkt dran auch wenn es so ausschaut das
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Anhängelast und Zuggewicht (Gespanngewicht)

Beitragvon beckerlaisa » 3. April 2020, 08:23

Hallo allerseits,

meine aktuelle Wühlmaus ist ein GOLF V mit Schneeketten im Wald. Als nächstes Fahrzeug kommt für mich ein LADA 4x4 mit LPG in Frage, ich habe mich schon soweit schlau gemacht, es bleiben nur noch wenige offene Fragen, da habe ich im Netz keine Infos zu gefunden.

Der Lada hat zulässiges Gesamtgewicht. 1610 kg
Anhängelast 1900 kg

Macht in der Summe 3510 kg.

Das zulässige Zuggewicht liegt in der Regel stets niedriger als die Summe der zulässigen Einzelgewichte. Wie hoch ist denn das zulässige Zuggewicht (Gespanngewicht)? In den offiziellen Dokumenten von LADA ist da nur ein "-" zu finden.

Kennt Jemand hier die Zahlen? Evtl. steht das auch in der Zulassungsbescheinigung drin.

Dann habe ich bei LADA selbst auf der Homepage gelesen, dass beim LPG Einbau ab Werk (Neufahrzeug) die 1900 kg nur im Benzinbetrieb zulässig sind, bei Gasbetrieb sind das dann nur noch 1490 kg. Bekommt man denn dann überhaupt die 1900 kg bei einem LPG Umbau eingetragen?

Ich hoffe, es hat der Eine oder Andere von Euch schon Erfahrung zu diesem Thema und kann mir helfen, das wäre super.

ich könnte natürlich auch gleich den Händler vor Ort fragen, aber der wird mir das Blaue vom Himmel versprechen, nur damit ich den LADA auch kaufe. Und da will ich hinterher keine böse Überraschung erleben.

Danke vorab und Grüße,

Mathias
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Re: Anhängelast und Zuggewicht (Gespanngewicht)

Beitragvon besu7 » 8. April 2020, 13:31

Anhängelast mit Gasanlage 1490 kg, ohne Gasanlage 1900 kg, durch eine alte Regelung abweichend vom Gesamtgewicht
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Re: Anhängelast und Zuggewicht (Gespanngewicht)

Beitragvon Goblin » 8. April 2020, 17:27

Ich hab auch mit der Prins LPG Anlage 1900 kg Anhängelast und 3510 kg Zuggewicht.
Aber mit der Auflage, von Lada, die erhöhte Anhängelast nur im Benzin-Betrieb und in der Untersetzung zu nutzen.
JL
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Re: Anhängelast und Zuggewicht (Gespanngewicht)

Beitragvon De Pälzer » 8. April 2020, 20:02

Was hat die Anhängelast mit Gas oder Benzinbetrieb zu tun?
Die Leistung unseres Boliden ist doch in beiden Fällen gleich?
Dachte die Anhängelast hat eher etwas mit dem Bremsen zu tun.(Wobei die Anhänger ja gebremst sind??)
Und natürlich mit der jeweiligen AHK.

Und mit Untersetzung bringt das ja nicht so viel.Vielleicht langt das Tempo dann für den Radweg.

(Was mir auffiel ist,daß bei dem kurzen Radstand Tandemhänger nicht gut zu ziehen sind.Auch unbeladen.
Die wollen in den Kurven halt geradeaus fahren und drücken da ziemlich.)
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Re: Anhängelast und Zuggewicht (Gespanngewicht)

Beitragvon Epicuro » 8. April 2020, 20:58

De Pälzer hat geschrieben:(Was mir auffiel ist,daß bei dem kurzen Radstand Tandemhänger nicht gut zu ziehen sind.Auch unbeladen.
Die wollen in den Kurven halt geradeaus fahren und drücken da ziemlich.)


Das hängt sehr von der Breite der Bereifung ab.
Mit den 175/80 16 hab ich das schon mit einem einachser Wohnwagen bemerkt der 1350 kg zulässiges Gesamtgewicht hat.
Mit den 215/65 16 merkt man das kaum, selbst bei einem Tandemachser mit knapp 2,1to Gesamtgewicht.
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Re: Anhängelast und Zuggewicht (Gespanngewicht)

Beitragvon Niva-Treiber » 9. April 2020, 06:02

Warum man bei Ausnützung der vollen Anhängerlast im Benzinbetrieb fahren sollte, kann die Tatsache sein das, dass KFZ dann unter Volllast läuft und ein Betrieb mit Gas sich dann negativ auf die Verbrennungstemperatur auswirkt (ZK Schäden etc.) Zumindest wurde mir (beim Dacia) empfohlen auf Benzin umzuschalten, wenn ich mit schweren Anhängern unterwegs bin! Die Verbrennungstemperatur im Gasbetrieb ist höher.
Womöglich deshalb die unterschiedlichen Anhängerlasten.
MfG
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Re: Anhängelast und Zuggewicht (Gespanngewicht)

Beitragvon Goblin » 9. April 2020, 08:37

Außerdem wird dem Ansaugtrakt durch die Verdunstung des flüssig eingespeisten Kraftstoffes auch noch Temperatur entzogen.
JL
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Re: Anhängelast und Zuggewicht (Gespanngewicht)

Beitragvon christian@lada-ig.de » 9. April 2020, 10:50

Goblin hat geschrieben:Außerdem wird dem Ansaugtrakt durch die Verdunstung des flüssig eingespeisten Kraftstoffes auch noch Temperatur entzogen.
JL

Das ist rechnerisch nachweisbar (z.B. am Einlaßventil...was aber sowieso kein Temperaturproblem hat), de facto aber nur bei Fahrzeugen relevant, die den Kraftstoff vor der Ansaugbrücke einbringen. SPI/TBI oder Vergaser. Bei Einspritzdüsen, die quasi direkt vor das Ventil einspritzen (wie beim MPI) ist der Effekt auf den Ansaugtrakt zu vernachlässigen.
Niva-Treiber hat geschrieben:kann die Tatsache sein das, dass KFZ dann unter Volllast läuft und ein Betrieb mit Gas sich dann negativ auf die Verbrennungstemperatur auswirkt (ZK Schäden etc.)

Wenn eine Gasanlage richtig dimensioniert, eingebaut und eingestellt wurde, gibt es keine höheren, sondern niedrigere Verbrennungstemperaturen :idea:
Gruß
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Re: Anhängelast und Zuggewicht (Gespanngewicht)

Beitragvon Troll » 9. April 2020, 16:31

De Pälzer hat geschrieben:Was hat die Anhängelast mit Gas oder Benzinbetrieb zu tun?

Der Pfiffige googelt hier nach >Gasfestigkeit<
Die Temperaturbelastung ist halt höher und da kommt es auch zu s.g. Microverschweißungen im Verbrennungsraum.
Auf Grund der bekannten Materialqualität beim Niva würde ich persönlich die Empfehlung von Lada ernst nehmen.
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Re: Anhängelast und Zuggewicht (Gespanngewicht)

Beitragvon dirk2111 » 10. April 2020, 07:53

Die Temperaturbelastung ist halt höher und da kommt es auch zu s.g. Microverschweißungen im Verbrennungsraum.


Das mit der höheren Temp kommt nur zu tragen, wenn die Verbrennung bei Vollast im openloop zu mager ist.
Das ist ein Problem bei Vergaserfahrzeugen die keine Lambda geregelte Venturi Gasanlage haben,
oder ein Problem wenn bei sequentiellen Anlagen die Anlagen unpassend dimensioniert oder schlecht eingestellt sind.

Lada D vertrieb/vertreibt Prins ohne Additivierung. Zavoli kann das genauso gut.

Die "Microverschweissungen" die du genannt hast ist sogen. "Pitting" im Ventilsitz. Das kriegen schlechte Motoren sogar auf Benzin hin.

Bei manchen Motoren wird deswegen bei Einbau der LPG Anlage Ventilschutzadditivierung mit eingebaut. Der entstehende Russ bremst das Pitting.

Beim Niva war noch nie Additivierung notwendig. Vielmehr gab es Einzelfälle, wo Ventile undicht wurden nach kurzer Laufzeit, unabhängig von Benzin oder Gas. Weil nicht ordentlich gebaut.

Schöne Grüße,
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Re: Anhängelast und Zuggewicht (Gespanngewicht)

Beitragvon beckerlaisa » 19. Juni 2020, 07:35

Hallo an Alle,

inzwischen habe ich selbst einen Lada Taiga 21214 von 2017, noch ohne LPG, aber dafür aufgelastet auf 1900 kg Anhängelast (gebremtst), 600 kg ungebremst und 3510 kg Gespanngewicht.

Das ging problemlos mit der bereits montierten gdw Kupplung 2132 (D-Wert bei 8,55, ausgelegt für 1900 kg), und entsprechenden Gutachten von gdw und Lada.

Wichtig ist hier auch eine Bestätigung von Lada über die Änderung der Fahrzeugklasse (Typgenehmigung) von M1 (Pkw mit bis zu 8 Sitzplätzen außer dem Fahrersitz) auf M1G (Geländewagen). Denn bei Typ M1G darf man bis zum 1,5fachen des zulässigen Gesamtgewichts des Zugfahrzeugs anhängen, ansonsten nur bis zum 1fachen Gewicht. Einfach bei Lada Deutschland in Buxtehude anrufen, Gutachten und Bestätigung kommen dann mit kleiner Rechnung dazu per Post, vorab per E-mail. Das Gutachten von gdw habe ich sogar gratis per E-mail bekommen.

Im Gutachten von gdw stehen zwar nur die 1490 kg Anhängelast für den Lada drin, das ist aber kein Problem, weil im Gutachten von Lada selbst diese AHK mit entsprechender E-Nummer explizit als geeignet genannt ist für die höheren Anhängelasten anhand des D-Werts von 8,55.

Mit den ganzen Dokumenten von gdw und Lada bin ich dann zur DEKRA, und dort habe ich eine Einzelgenehmigung nach §13 EG-FGV bekommen. Am Ende habe ich nur noch das DEKRA Dokument auf der Zulassungsstelle vorgelegt, und die Zulassungsbescheinigungen Teil 1 und Teil 2 wurden dann neu erstellt. Das Typenschild am Fahrzeug muss noch geändert werden, dann ist alles erledigt.

Ach so, wegen LPG gibt es von Lada folgende Auflage für die erhöhte Anhängelast: diese gilt nur im Benzinbetrieb (war mir schon bekannt), ist aber auch in Verbindung mit dem Einbau einer LPG Anlage kein Problem, man muss nur umschalten auf Benzinbetrieb, wenn man die 1490 kg Anhängelast im Betrieb überschreitet. LPG Einbau ist also kein k.o.-Kriterium für die erhöhte Anhängelast.

Danke an Euch Alle für die Unterstützung! Das Forum lebt ja bekanntlich auch von der Rückmeldung bei erfolgreicher Umsetzung.

Mathias
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